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Zahnimplantat pflegen: so bleibt es gesund Damit sich die Investition langfristig lohnt

40 bis 48 Prozent der Implantatträger entwickeln Zahnfleischentzündungen, gezielte Mundhygiene senkt das Risiko deutlich

Das Wichtigste in Kürze

  • check Ein Zahnimplantat braucht besondere Pflege: Das Zahnfleisch ist anfälliger für Entzündungen. 40 bis 48 Prozent entwickeln eine Mukositis.
  • check Weiche Zahnbürste mit Bass-Technik eignet sich am besten zum Reinigen. Zahnpasta sollte einen RDA-Wert unter 80 haben.
  • check Interdentalbürsten mit Kunststoffmantel sind für Implantate wichtiger als Zahnseide.
  • check Zwei- bis viermal pro Jahr zur professionellen Zahnreinigung: Die Kosten liegen bei 80 bis 120 Euro pro Sitzung.
  • check Konsequente Mundhygiene senkt das Periimplantitis-Risiko von 44 auf 18 Prozent.
Zahnimplantat pflegen: so bleibt es gesund
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Inhaltsverzeichnis

1. Warum brauchen Implantate besondere Pflege?

Ein Zahnimplantat sitzt fest im Kiefer, doch es ist kein natürlicher Zahn. Das Implantat verwächst zwar stabil mit dem Knochen, aber das umliegende Zahnfleisch ist anders aufgebaut als bei echten Zähnen. Es fehlt das sogenannte Parodontium, also der Faserapparat, der natürliche Zähne im Kiefer verankert und als Barriere gegen Bakterien dient. Bei Implantaten können Keime deshalb schneller in die Tiefe vordringen und direkt den Knochen angreifen. Gründliche Zahnimplantat-Pflege ist deshalb keine Kür, sondern Pflicht.

Die Zahlen zeigen, warum das wichtig ist: Rund 40 bis 48 Prozent aller Implantatträger entwickeln eine Mukositis, eine oberflächliche Entzündung des Zahnfleischs rund um das Implantat. Bleibt diese unbehandelt, kann daraus eine Periimplantitis entstehen, bei der der Knochen um das Implantat herum abgebaut wird. Etwa 10 bis 22 Prozent der Implantatträger sind davon betroffen.

Die gute Nachricht: Mit der richtigen Implantatpflege und konsequenter Mundhygiene lässt sich das Risiko deutlich senken. Wer sein Implantat täglich sorgfältig reinigt und regelmäßig zur Kontrolle geht, kann die Lebensdauer seines Implantats erheblich verlängern. Im Folgenden erfahren Sie, welche Hilfsmittel sich eignen und worauf Sie bei der täglichen Pflege achten sollten.

Quellen: drgal.de — Implantat-Pflege , ZWP-online — Periimplantitis , DGOI — Periimplantitis

2. Die richtige Zahnbürste für Implantate

Die tägliche Reinigung mit der Zahnbürste ist die Grundlage jeder Implantatpflege. Doch nicht jede Zahnbürste eignet sich gleich gut. Weil das Zahnfleisch rund um Implantate empfindlicher reagiert als bei natürlichen Zähnen, kommt es auf die richtige Technik und das passende Modell an.

Handzahnbürste: weich und schmalköpfig

Für die manuelle Reinigung von Implantaten empfehlen Zahnärzte eine weiche Zahnbürste mit schmalem Kopf. Damit erreichen Sie auch schwer zugängliche Stellen rund um die Suprakonstruktion, also die sichtbare Krone auf dem Implantat. Bewährt hat sich die Bass-Technik: Setzen Sie die Borsten im 45-Grad-Winkel am Zahnfleischrand an und rütteln Sie sanft hin und her, ohne Druck auszuüben. Spezielle Implantatzahnbürsten von Herstellern wie TePe, Curaprox oder Curasept haben besonders feine Borsten, die das Zahnfleisch schonen und Beläge trotzdem zuverlässig entfernen.

Einbüschelbürste für präzise Reinigung

Zusätzlich zur normalen Zahnbürste lohnt sich eine Einbüschelbürste. Mit ihrem kleinen, runden Bürstenkopf können Sie gezielt den Übergang zwischen Implantat und Zahnfleisch reinigen. Gerade an Stellen, die eine normale Zahnbürste nicht vollständig erreicht, leistet die Einbüschelbürste gute Dienste.

Elektrische Zahnbürste oder Schallzahnbürste?

Viele Implantatträger fragen sich, ob eine elektrische Zahnbürste bei Implantaten sicher ist. Grundsätzlich spricht nichts dagegen. Schallzahnbürsten gelten als besonders schonend, weil sie mit Schwingungen arbeiten statt mit rotierendem Direktdruck auf das Zahnfleisch. Rotierende Modelle wie die Oral-B iO funktionieren ebenfalls gut, solange Sie den Anpressdruck niedrig halten. Einen ausführlichen Vergleich beider Systeme finden Sie in unserem Ratgeber Elektrische vs. Handzahnbürste .

Die passende Zahnpasta

Beim Zahnimplantat putzen kommt es auch auf die Zahnpasta an. Verwenden Sie eine Paste mit niedrigem RDA-Wert, idealerweise zwischen 60 und 80. Dieser Wert gibt an, wie stark die Paste den Zahnschmelz abreibt. Whitening-Zahnpasten haben oft einen deutlich höheren RDA-Wert und können die Oberfläche der Suprakonstruktion aufrauen, was die Anlagerung von Bakterien begünstigt. Eine fluoridhaltige Zahnpasta ohne Bleaching-Zusätze ist für Implantatträger die beste Wahl.

Quellen: drgal.de — Implantat-Pflege

3. Zahnseide und Interdentalbürsten bei Implantaten

Die Zahnbürste allein reinigt nur rund 60 Prozent der Zahnoberfläche. Gerade bei Implantaten sammeln sich Bakterien bevorzugt in den Zwischenräumen, dort wo die Bürste nicht hinkommt. Deshalb gehört die tägliche Zahnzwischenraumreinigung zur Implantatpflege dazu.

Zahnseide bei Implantaten

Für Implantate eignet sich flauschige Zahnseide oder sogenannte Super Floss besonders gut. Diese Varianten haben einen aufgerauten Mittelteil, der Beläge unter der Suprakonstruktion effektiv aufnimmt. Normale, gewachste Zahnseide kann ebenfalls verwendet werden, ist aber weniger gründlich an den breiteren Übergängen rund um das Implantat. Führen Sie die Zahnseide sanft unter den Zahnfleischrand und bewegen Sie sie in einer C-Form um das Implantat. Einen ausführlichen Vergleich von Zahnseide und Interdentalbürsten finden Sie in unserem Ratgeber Zahnseide oder Interdentalbürsten .

Interdentalbürsten: das wichtigste Hilfsmittel

Viele Zahnärzte empfehlen Interdentalbürsten als wichtigstes Reinigungsmittel für die Zahnzwischenräume bei Implantaten. Wählen Sie ein Modell mit kunststoffummanteltem Draht, denn blanker Metalldraht kann die Implantatoberfläche zerkratzen. Die richtige Größe finden Sie über das ISO-Größensystem: Ihr Zahnarzt oder Ihre Dentalhygienikerin kann die passende ISO-Größe für jeden Zwischenraum bestimmen. Beim Einführen sollten Sie keinen Widerstand spüren. Als Faustregel gilt ein maximaler Druck von etwa 50 Gramm, vergleichbar mit dem Gewicht eines halben Schokoriegels.

Munddusche als Ergänzung

Eine Munddusche kann die Zahnzwischenraumreinigung ergänzen, ersetzt sie aber nicht. Der Wasserstrahl spült lose Speisereste und Bakterien aus schwer zugänglichen Bereichen. Richten Sie den Strahl jedoch nicht direkt auf den Zahnfleischrand rund um das Implantat, um das empfindliche Gewebe nicht zu reizen. Die Kombination aus Interdentalbürste und gelegentlicher Munddusche bietet für die meisten Implantatträger die gründlichste Reinigung der Zahnzwischenräume.

Quellen: drgal.de — Implantat-Pflege , implantate.com — Munddusche

4. Pflege direkt nach der Implantat-OP

In den ersten Tagen nach dem Einsetzen eines Implantats braucht das Zahnfleisch besondere Schonung. Die richtige Pflege nach der OP entscheidet mit darüber, wie gut das Implantat einheilt.

Die ersten zwei bis drei Tage

Unmittelbar nach dem Eingriff sollten Sie den Operationsbereich nicht mit einer normalen Zahnbürste reinigen. Verwenden Sie stattdessen eine ultraweiche Spezialbürste, die Sie in der Zahnarztpraxis oder der Apotheke erhalten. Elektrische Zahnbürsten und Mundduschen sind in den ersten Tagen im OP-Bereich tabu, die Vibrationen und der Wasserdruck könnten die Wundheilung stören. Die übrigen Zähne können Sie wie gewohnt putzen.

Chlorhexamed-Mundspülung: wann und wie lange?

Viele Zahnärzte verordnen nach der Implantat-OP eine Mundspülung mit Chlorhexidin, etwa Chlorhexamed. Der Wirkstoff hemmt Bakterien im Mundraum und unterstützt die Wundheilung, wenn normales Zähneputzen noch nicht möglich ist. Verwenden Sie die Spülung nur so lange wie verordnet, in der Regel maximal zwei bis vier Wochen. Bei längerer Anwendung kann Chlorhexidin sichtbare Verfärbungen an den Zähnen verursachen. Sprechen Sie mit Ihrem Zahnarzt, ob eine kürzere Anwendung für Ihre Situation ausreicht.

Übergang zur normalen Pflege

Sobald die Wunde verheilt ist, können Sie auf eine normale weiche Zahnbürste umsteigen. Eine Schallzahnbürste ist nach Absprache mit dem Zahnarzt ebenfalls möglich. Ab diesem Zeitpunkt gilt die dauerhafte Pflegeroutine: mindestens zweimal täglich gründlich putzen und einmal täglich die Zahnzwischenräume reinigen, am besten mit Interdentalbürste oder Zahnseide. Eine Zahnimplantat-Nachsorge-Checkliste hilft dabei, keinen Schritt zu vergessen.

Alle Verhaltensregeln für die ersten Tage und Wochen nach dem Eingriff finden Sie in unserem Ratgeber Zahnimplantat Nachsorge: Ihr Plan nach der OP .

Quellen: drgal.de — Implantat-Pflege

5. Professionelle Zahnreinigung für Implantatträger

Selbst bei sorgfältiger häuslicher Pflege bleiben Beläge an Stellen, die Zahnbürste und Interdentalbürste nicht erreichen. Deshalb empfehlen Zahnärzte Implantatträgern eine professionelle Zahnreinigung in kürzeren Abständen als bei Patienten ohne Implantate.

Wie oft zur professionellen Implantatreinigung?

Für Implantatträger empfehlen die meisten Zahnärzte zwei bis vier Sitzungen pro Jahr, statt der üblichen ein bis zwei für Patienten ohne Implantate. Das Intervall richtet sich nach Ihrem individuellen Risiko: Wer zu Zahnfleischentzündungen neigt oder raucht, sollte häufiger kommen. Ihr Zahnarzt legt das sogenannte Recall-Intervall gemeinsam mit Ihnen fest.

Was passiert bei der Implantatprophylaxe?

Die professionelle Reinigung bei Implantaten unterscheidet sich von der normalen PZR. Statt Metallinstrumenten kommen Kunststoffspitzen und spezielle Titanküretten zum Einsatz, die die Implantatoberfläche nicht zerkratzen. Zusätzlich wird häufig ein Air-Flow-Gerät eingesetzt: Ein feiner Pulverstrahl aus Glycinpulver entfernt Biofilm schonend auch in tiefen Taschen rund um das Implantat.

Was kostet die PZR für Implantatträger?

Eine Sitzung kostet in der Regel zwischen 80 und 120 Euro. Bei vier Terminen pro Jahr summiert sich das auf 320 bis 480 Euro. Die gesetzliche Krankenversicherung zahlt die professionelle Zahnreinigung nicht als Regelleistung. Einzelne Kassen bieten freiwillige Zuschüsse zwischen 20 und 100 Euro pro Jahr an, doch einen Rechtsanspruch gibt es nicht.

Für Implantatträger, die regelmäßig zur PZR gehen, können sich diese Kosten über die Jahre deutlich summieren. Ein Rechenbeispiel: Bei vier Sitzungen zu je 100 Euro und einem Kassenzuschuss von 50 Euro zahlen Sie 350 Euro pro Jahr aus eigener Tasche.

Eine Zahnzusatzversicherung kann diesen Eigenanteil erheblich senken. Alle 38 bei Privadent gelisteten Tarife erstatten die professionelle Zahnreinigung, 7 Tarife sogar ohne Budgetgrenze. Wie hoch die PZR-Erstattung durch Zahnzusatzversicherungen im Detail ausfällt, hängt vom gewählten Tarif ab.

Quellen: Verbraucherzentrale — PZR , ARAG — PZR-Kosten , TK — PZR

6. Periimplantitis vermeiden: so schützen Sie Ihr Implantat

Periimplantitis ist die häufigste Komplikation nach einer Implantation und der wichtigste Grund für konsequente Pflege. Bei dieser Erkrankung entzündet sich das Gewebe rund um das Implantat so stark, dass der Kieferknochen abgebaut wird. Anders als bei einer Parodontitis an natürlichen Zähnen schreitet der Knochenabbau bei Implantaten häufig schneller voran, weil die schützende Faserbarriere fehlt.

Mukositis: die Vorstufe erkennen

Bevor eine Periimplantitis entsteht, entwickelt sich meist eine Mukositis. Diese oberflächliche Zahnfleischentzündung rund um das Implantat zeigt sich durch Rötung, Schwellung und Blutung beim Zähneputzen. Rund 40 bis 48 Prozent aller Implantatträger sind davon betroffen. Die gute Nachricht: Mukositis ist reversibel. Mit verbesserter Mundhygiene und einer professionellen Reinigung lässt sie sich in der Regel vollständig zurückbilden.

Risikofaktoren kennen

Schlechte Mundhygiene ist der wichtigste Risikofaktor für Periimplantitis. Doch auch Rauchen erhöht das Risiko erheblich, weil Nikotin die Durchblutung des Zahnfleischs verschlechtert und die Immunabwehr schwächt. Weitere Risikofaktoren sind Vorerkrankungen wie Diabetes und eine bestehende Parodontitis an den übrigen Zähnen.

Gezielte Prävention wirkt: Studien zeigen, dass regelmäßige Kontrollen und gute Mundhygiene das Periimplantitis-Risiko von rund 44 Prozent auf etwa 18 Prozent senken können. Bei guter Pflege liegt die Rate für einen Implantatverlust innerhalb von 20 Jahren bei nur 4,54 Prozent. Wer die Pflegetipps aus den vorherigen Abschnitten umsetzt und seine Recall-Termine einhält, hat gute Chancen, sein Implantat ein Leben lang zu behalten.

Was tun, wenn trotz guter Pflege Schmerzen auftreten? Antworten gibt der Ratgeber Zahnimplantat Schmerzen: normal oder Warnsignal? .

Wie lange die Einheilung dauert und was in dieser Phase erlaubt ist, erklärt der Ratgeber Zahnimplantat Dauer: Wie lange dauert die Behandlung? .

Quellen: ZWP-online — Periimplantitis , DGOI — Periimplantitis , ZWP-online — Implantat-Studie

7. Fazit: Gute Pflege schützt Ihre Investition

Ein Zahnimplantat braucht mehr Aufmerksamkeit als ein natürlicher Zahn. Doch der Aufwand ist überschaubar: eine weiche Zahnbürste mit der richtigen Technik, tägliche Zwischenraumreinigung mit Interdentalbürste oder Zahnseide und regelmäßige professionelle Zahnreinigungen beim Zahnarzt. Wer diese Routine einhält, senkt das Risiko für Periimplantitis deutlich und verlängert die Lebensdauer seines Implantats. Die Kombination aus häuslicher Pflege und professioneller Betreuung bietet den besten Schutz für Ihre Investition.

Auch bei bester Pflege können Komplikationen entstehen. Eine Zahnzusatzversicherung sichert Sie finanziell ab, falls doch einmal eine aufwendige Behandlung nötig wird. 36 von 38 bei Privadent gelisteten Tarifen erstatten Implantate, alle 38 erstatten die professionelle Zahnreinigung. Welcher Tarif zu Ihrer Situation passt, erfahren Sie in unserem Ratgeber Zahnzusatzversicherung für Implantate .

Den vollständigen Schritt-für-Schritt-Ablauf der Implantation erklärt unser Ratgeber Zahnimplantat Ablauf: Schritt für Schritt erklärt .

Einen Gesamtüberblick über das Thema Zahnimplantat mit Kosten, Risiken und Materialien finden Sie auf unserer Zahnimplantat-Ratgeberseite .

8. Häufige Fragen

Für Implantate eignet sich eine weiche Zahnbürste mit schmalem Kopf am besten. Spezielle Implantatzahnbürsten von Herstellern wie TePe, Curaprox oder Curasept haben besonders feine Borsten, die das empfindliche Zahnfleisch rund um das Implantat schonen.

Entscheidend ist die Technik: Setzen Sie die Borsten im 45-Grad-Winkel am Zahnfleischrand an und bewegen Sie sie mit sanften Rüttelbewegungen. Diese sogenannte Bass-Technik entfernt Beläge gründlich, ohne das Gewebe zu verletzen. Ergänzend lohnt sich eine Einbüschelbürste für den Übergang zwischen Implantat und Zahnfleisch.

Lassen Sie sich von Ihrem Zahnarzt oder Ihrer Dentalhygienikerin zeigen, welche Bürstengröße und Technik für Ihre Implantate am besten geeignet ist.

Ja, eine elektrische Zahnbürste können Sie bei Implantaten verwenden. Schallzahnbürsten gelten als besonders schonend, weil sie mit Schwingungen arbeiten statt mit rotierendem Direktdruck auf das Zahnfleisch.

Rotierende Modelle funktionieren ebenfalls, solange Sie den Anpressdruck niedrig halten. Viele moderne elektrische Zahnbürsten haben eine Andruckkontrolle, die warnt, wenn Sie zu fest aufdrücken. In den ersten Tagen nach der Implantat-OP sollten Sie allerdings keine elektrische Zahnbürste im Operationsbereich verwenden.

Fragen Sie Ihren Zahnarzt, ab wann Sie nach dem Eingriff wieder auf Ihre elektrische Zahnbürste umsteigen können, in der Regel ist das nach Abschluss der Wundheilung möglich.

Zahnärzte empfehlen Implantatträgern zwei bis vier professionelle Zahnreinigungen pro Jahr. Das ist häufiger als die üblichen ein bis zwei Sitzungen für Patienten ohne Implantate.

Das genaue Intervall hängt von Ihrem individuellen Risiko ab. Wer zu Zahnfleischentzündungen neigt, raucht oder bereits eine Parodontitis hatte, sollte eher viermal jährlich kommen. Eine Sitzung kostet zwischen 80 und 120 Euro, die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten nicht als Regelleistung.

Sprechen Sie mit Ihrem Zahnarzt über das passende Recall-Intervall und prüfen Sie, ob eine Zahnzusatzversicherung die PZR-Kosten für Sie übernehmen kann.

Ja, Zahnseide können Sie bei Implantaten verwenden. Besonders geeignet ist flauschige Zahnseide oder Super Floss, die einen aufgerauten Mittelteil hat und Beläge unter der Suprakonstruktion effektiver aufnimmt als normale Zahnseide.

Führen Sie die Zahnseide sanft unter den Zahnfleischrand und bewegen Sie sie in einer C-Form um das Implantat herum. Vermeiden Sie ruckartige Bewegungen, die das Zahnfleisch verletzen könnten. Alternativ oder ergänzend können Sie Interdentalbürsten mit kunststoffummanteltem Draht verwenden.

Lassen Sie sich die richtige Technik bei Ihrem nächsten Zahnarzttermin zeigen, damit Sie die Zahnzwischenräume rund um Ihr Implantat optimal reinigen.

Periimplantitis ist eine Entzündung des Gewebes rund um ein Zahnimplantat, bei der der Kieferknochen abgebaut wird. Unbehandelt kann sie zum Verlust des Implantats führen.

Die Vorstufe ist eine Mukositis, eine oberflächliche Zahnfleischentzündung, die bei 40 bis 48 Prozent aller Implantatträger auftritt. Mukositis ist reversibel und lässt sich durch verbesserte Mundhygiene und professionelle Reinigung zurückbilden. Schlechte Mundhygiene, Rauchen und Vorerkrankungen wie Diabetes erhöhen das Risiko für eine Periimplantitis.

Putzen Sie mindestens zweimal täglich, reinigen Sie täglich die Zahnzwischenräume und halten Sie Ihre Kontrolltermine beim Zahnarzt ein, damit eine beginnende Entzündung frühzeitig erkannt wird.

Eine Munddusche ist bei Implantaten eine sinnvolle Ergänzung, ersetzt aber nicht die tägliche Reinigung mit Zahnbürste und Interdentalbürste. Der Wasserstrahl spült lose Speisereste und Bakterien aus schwer zugänglichen Bereichen rund um das Implantat.

Richten Sie den Wasserstrahl nicht direkt auf den Zahnfleischrand, um das empfindliche Gewebe nicht zu reizen. Stellen Sie die Munddusche auf eine niedrige bis mittlere Stufe ein. In den ersten Tagen nach einer Implantat-OP sollten Sie die Munddusche im Operationsbereich nicht verwenden.

Nutzen Sie die Munddusche als letzten Schritt Ihrer täglichen Pflegeroutine, nachdem Sie Zahnbürste und Interdentalbürste bereits verwendet haben.

Für Zahnimplantate eignet sich eine fluoridhaltige Zahnpasta mit einem niedrigen RDA-Wert zwischen 60 und 80. Der RDA-Wert gibt an, wie stark die Paste die Zahnoberfläche abreibt.

Whitening-Zahnpasten haben häufig einen deutlich höheren RDA-Wert und können die Oberfläche der Suprakonstruktion, also der sichtbaren Krone auf dem Implantat, aufrauen. Auf der aufgerauten Oberfläche lagern sich Bakterien leichter an, was das Risiko für Zahnfleischentzündungen erhöht. Vermeiden Sie daher Zahnpasten mit Bleaching-Zusätzen.

Fragen Sie Ihren Zahnarzt nach einer konkreten Empfehlung, die zu Ihrer Mundsituation passt, viele Praxen haben Produktmuster zum Ausprobieren.

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