4,9 auf Google

Zahnzusatzversicherung für Implantate: lohnt sie sich? Bis zu 1.900 Euro Ersparnis pro Implantat

Mit Knochenaufbau steigen die Kosten schnell auf über 2.800 Euro. Gute Tarife erstatten auch das.

Das Wichtigste in Kürze

  • check Eine Zahnzusatzversicherung übernimmt den Eigenanteil nach dem Kassenzuschuss, bei guten Tarifen bis zu 100 Prozent.
  • check Der Kassenzuschuss deckt nur 45 Prozent der Kosten: Bei einem Implantat bleiben 1.200 Euro oder mehr beim Patienten.
  • check Knochenaufbau kostet zusätzlich bis zu 1.400 Euro. Vier der fünf Top-Tarife erstatten auch das vollständig.
  • check Idealer Zeitpunkt ist vor der Diagnose. Aber auch bei bereits angeratenem Implantat gibt es Tarife mit Sofortschutz.
  • check Achten Sie auf Erstattungsprozent, Knochenaufbau-Leistung und Staffelhöhe. Meist lohnt sich der Abschluss.
Zahnzusatzversicherung für Implantate: lohnt sie sich?
Privadent Logo

Ihr unabhängiger Versicherungsvergleich

Über 150 Tarife im Vergleich

Logo Allianz
Logo Astra Versicherung
Logo Barmenia
Logo Bayerische
Logo Concordia
Logo Deutsche Familienversicherung
Logo DKV
Logo Gothaer
Logo HanseMerkur
Logo Janitos
Logo Landeskrankenhilfe
Logo Münchener Verein
Logo Nürnberger
Logo SDK
Logo Stuttgarter
Logo UKV Union Krankenversicherung
Logo vigo Krankenversicherung
Logo Versicherungskammer Bayern
Logo Württembergische

Inhaltsverzeichnis

1. Warum sind Implantate so teuer für Kassenpatienten?

Ein einzelnes Zahnimplantat kostet zwischen 1.800 und 2.850 Euro, je nach Position im Kiefer und Aufwand der Behandlung. Die gesetzliche Krankenkasse zahlt davon nur einen Bruchteil. Selbst mit zehn Jahren lückenloser Bonusheft-Führung liegt der Eigenanteil häufig über 1.200 Euro. Wer zusätzlich einen Knochenaufbau braucht, zahlt schnell das Doppelte. Eine Zahnzusatzversicherung für Implantate kann diesen Eigenanteil deutlich senken, bei guten Tarifen sogar auf null. Dieser Artikel zeigt, wie sich die Zahnimplantat-Kosten mit Zahnzusatzversicherung senken lassen, welche Tarife sich lohnen und worauf Sie bei der Wahl achten sollten.

💰

Implantat-Kosten auf einen Blick

1.800–2.850 EUR
Einzelzahnimplantat inkl. Krone
Je nach Position im Kiefer und Behandlungsaufwand
1.200+ EUR
Eigenanteil ohne Versicherung
Selbst mit 10 Jahren Bonusheft bleiben über 1.200 Euro beim Patienten
+150–1.400 EUR
Knochenaufbau (falls nötig)
Etwa jeder zweite Patient benötigt einen Knochenaufbau. Die Krankenkasse beteiligt sich nicht daran.

Der Grund für die hohen Eigenanteile liegt im Kassenzuschuss-System. Die gesetzliche Krankenkasse zahlt bei Zahnersatz keinen Anteil an den tatsächlichen Behandlungskosten, sondern einen befundbezogenen Kassenzuschuss . Dieser richtet sich nach der günstigsten medizinisch ausreichenden Versorgung, der sogenannten Regelversorgung. Bei einer Einzelzahnlücke wäre das in der Regel eine Brücke.

Ein Zahnimplantat gilt dagegen als andersartige Versorgung. Sie bekommen zwar denselben Kassenzuschuss wie für eine Brücke, tragen aber die gesamten Mehrkosten für das Implantat selbst. Wie groß die Lücke zwischen Kassenzuschuss und tatsächlichen Kosten ausfällt, hängt vor allem vom Bonusheft ab.

Die folgende Tabelle zeigt den Eigenanteil bei einem typischen Einzelzahnimplantat mit Gesamtkosten von 2.200 Euro.

Bonusheft-Status Kassenzuschuss Eigenanteil bei 2.200 EUR Implantat
Ohne Bonusheft (60 %) ca. 791 EUR ca. 1.409 EUR
5 Jahre lückenlos (70 %) ca. 923 EUR ca. 1.277 EUR
10 Jahre lückenlos (75 %) ca. 989 EUR ca. 1.211 EUR

Selbst im besten Fall, zehn Jahre lückenloser Bonusheft-Führung, bleibt ein Eigenanteil von über 1.200 Euro. Ohne Bonusheft sind es fast 1.400 Euro. Das Bonusheft lohnt sich also, schließt die Finanzierungslücke aber bei Weitem nicht. Welche weiteren Möglichkeiten es gibt, den Eigenanteil zu senken, erfahren Sie in unserem Ratgeber zur Zahnimplantat-Finanzierung .

Knochenaufbau: ein Kostenfaktor, den die Krankenkasse komplett ignoriert

Etwa jeder zweite Implantat-Patient benötigt einen Knochenaufbau , weil der Kieferknochen für das Implantat nicht ausreichend stabil oder voluminös ist. Die Krankenkasse beteiligt sich daran nicht, da der Knochenaufbau als Vorbehandlung für das Implantat gilt. Je nach Methode kommen 150 bis 1.400 Euro Zusatzkosten auf Sie zu. Ein interner Sinuslift kostet zwischen 300 und 550 Euro, ein externer Sinuslift zwischen 800 und 1.400 Euro.

Ein Beispiel verdeutlicht die Belastung: Bei einem Implantat mit internem Sinuslift und DVT-Diagnostik steigen die Gesamtkosten auf rund 2.850 Euro. Nach Abzug des Kassenzuschusses von 989 Euro bleiben etwa 1.861 Euro Eigenanteil. Für viele Patienten ist das eine erhebliche finanzielle Belastung, und genau hier setzt die Zahnzusatzversicherung an.

💰

Rechenbeispiel: Implantat mit Knochenaufbau

Implantat (Material + Einsetzen) − 2.200 €
Interner Sinuslift + DVT − 650 €
Kassenzuschuss (10 J. Bonusheft) + 989 €
Ihr Eigenanteil: 1.861 €

Fazit:

Ohne Versicherung zahlen Sie fast 1.900 Euro aus eigener Tasche. Eine Zahnzusatzversicherung kann diesen Betrag nach der Staffelauflösung auf null reduzieren.

Eine vollständige Übersicht zu allen Kosten und Faktoren finden Sie in unserem Ratgeber Zahnimplantat Kosten 2026 .

Quellen: KZBV | AOK | ECDI

2. Was erstattet die Zahnzusatzversicherung bei Implantaten?

Die Eigenanteile von über 1.200 Euro zeigen, warum viele Patienten eine Zahnzusatzversicherung abschließen. Doch wie funktioniert die Erstattung genau? Die Versicherung übernimmt den Eigenanteil, der nach dem Kassenzuschuss übrig bleibt, ganz oder teilweise, je nach Tarif. Bei einem 100-Prozent-Tarif sinkt der Eigenanteil nach der Staffelauflösung auf null.

So rechnet die Versicherung ab

Die meisten Tarife erstatten zwischen 75 und 100 Prozent des Eigenanteils. Bei einem 100-Prozent-Tarif übernimmt die Versicherung die gesamten Restkosten nach dem Kassenzuschuss. Bei einem 75-Prozent-Tarif bleibt ein Viertel des Eigenanteils beim Patienten. Der Unterschied klingt klein, macht bei einem Implantat aber schnell mehrere hundert Euro aus.

Ein konkretes Rechenbeispiel zeigt, wie sich die Erstattung in der Praxis auswirkt.

Posten Ohne Versicherung Mit 100 %-Tarif
Gesamtkosten Implantat 2.200 EUR 2.200 EUR
Kassenzuschuss (10 J. Bonus) -989 EUR -989 EUR
Restkosten nach Krankenkasse 1.211 EUR 1.211 EUR
Erstattung Zahnzusatzversicherung -1.211 EUR
Ihr Eigenanteil 1.211 EUR 0 EUR

Wichtig dabei: In den ersten Versicherungsjahren greift die Leistungsstaffel, die die maximale Erstattung begrenzt. Ein Implantat für 2.200 Euro übersteigt bei vielen Tarifen die Staffelgrenze im ersten Jahr. Nach drei bis vier Jahren ist die Staffel bei den meisten Top-Tarifen aufgelöst, und Sie erhalten die volle Erstattung ohne Obergrenze. Das bedeutet: Wer rechtzeitig abschließt, zahlt am Ende nur den monatlichen Versicherungsbeitrag.

Der Unterschied zwischen einem 75-Prozent-Tarif und einem 100-Prozent-Tarif wird bei höheren Beträgen besonders deutlich. Bei einem Eigenanteil von 1.861 Euro (Implantat mit Knochenaufbau) erstattet ein 75-Prozent-Tarif rund 1.396 Euro, es bleiben 465 Euro bei Ihnen. Ein 100-Prozent-Tarif übernimmt den gesamten Betrag.

Knochenaufbau: Wo sich Tarife deutlich unterscheiden

Nicht jeder Tarif erstattet den Knochenaufbau automatisch. Da die Krankenkasse Knochenaufbau-Kosten komplett ausschließt, ist eine Zahnzusatzversicherung mit Knochenaufbau-Erstattung besonders wertvoll. Die Unterschiede zwischen den Tarifen sind hier erheblich, und bei Kosten von bis zu 1.400 Euro finanziell relevant.

Die gängigsten Methoden des Knochenaufbaus und ihre Kosten im Überblick.

Methode Kosten
Knochenanlagerung (Späne/Ersatzmaterial) 150–430 EUR
Interner Sinuslift 300–550 EUR
Externer Sinuslift 800–1.400 EUR
Knochenblock-Transplantat 700–1.250 EUR

Bei einem externen Sinuslift kommen schnell über 1.000 Euro Zusatzkosten zusammen. Vier der fünf verglichenen Top-Tarife erstatten Knochenaufbau zu 100 Prozent: Allianz Mein Zahnschutz 100, Concordia ZAHN SORGLOS 100, DFV Zahnschutz Exklusiv 100 und Württembergische ZahnSchutz Premium 100. Die Bayerische ZAHN Smart + Sofort erstattet Knochenaufbau dagegen nur zu 75 Prozent.

Ein Rechenbeispiel zeigt die Wirkung: Bei einem Implantat mit Sinuslift und DVT-Diagnostik betragen die Gesamtkosten rund 2.850 Euro. Nach dem Kassenzuschuss von 989 Euro bleiben 1.861 Euro Eigenanteil. Ein 100-Prozent-Tarif mit Knochenaufbau-Erstattung reduziert diesen Betrag nach der Staffelauflösung auf null. Sie sparen fast 1.900 Euro gegenüber der Behandlung ohne Versicherung. Umfassende Informationen zu Implantaten und allen Aspekten der Behandlung finden Sie in unserem Ratgeber Zahnimplantat: Der komplette Ratgeber 2026 .

Wer weiß, dass ein Knochenaufbau wahrscheinlich nötig sein wird, etwa weil der Zahnarzt bereits einen Knochenschwund festgestellt hat, sollte bei der Tarifwahl gezielt darauf achten, dass eine Zahnzusatzversicherung mit Knochenaufbau gewählt wird, bei der Sinuslift und Knochentransplantat im Leistungsumfang enthalten sind. Die Kostenersparnis kann allein beim Knochenaufbau mehrere hundert Euro betragen.

🦷

Bis zu 1.900 Euro bei Implantat mit Knochenaufbau sparen

Vier der fünf Top-Tarife erstatten Knochenaufbau vollständig. Finden Sie jetzt den passenden Tarif, der auch Sinuslift und Knochentransplantat übernimmt.

Tarife mit Knochenaufbau

Quellen: ECDI | KZBV

3. Die besten Tarife für Implantate im Vergleich

Die Erstattungslogik ist klar, aber welche Zahnzusatzversicherung zahlt Implantate am besten? Das hängt von mehreren Faktoren ab: Erstattungsprozent, Leistungsstaffel, Knochenaufbau-Erstattung, monatlicher Beitrag und Gesundheitsfragen. Die folgende Tabelle vergleicht fünf leistungsstarke Tarife im Zahnzusatzversicherung-Implantate-Vergleich.

Kriterium Allianz MZ 100 Concordia ZS 100 DFV Exklusiv 100 Württemb. Premium 100 Bayer. Smart+Sofort
Erstattung Zahnersatz 100 % 100 % 100 % 100 % 75 %
Knochenaufbau 100 % 100 % 100 % 100 % 75 %
Staffel Jahr 1 1.000 EUR 1.500 EUR 1.750 EUR 1.500 EUR 500 EUR
Staffel Jahr 2 2.500 EUR 3.000 EUR 3.500 EUR 3.000 EUR 1.000 EUR
Entgrenzung ab Jahr 4 Jahr 4 Jahr 5 Jahr 5 Jahr 5
Beitrag (Alter 45) 41,73 EUR 35,75 EUR 46,90 EUR 43,93 EUR 47,70 EUR
GOZ-Faktor 3,5 5,0
Gesundheitsfragen 5 3 1

Alle vier 100-Prozent-Tarife erstatten den vollen Eigenanteil nach dem Kassenzuschuss, inklusive Knochenaufbau. Die Concordia bietet mit 35,75 Euro den günstigsten 100-Prozent-Tarif. Die DFV hat die höchste Staffel im ersten Jahr. Die Allianz und Concordia lösen die Staffel am schnellsten auf. Im Ergebnis zeigt der Zahnzusatzversicherung-Implantate-Test: Die Unterschiede liegen im Detail, und je nach persönlicher Situation kann ein anderer Tarif die beste Zahnzusatzversicherung für Implantate sein.

📊

Finden Sie Ihren optimalen Tarif

Allianz, Concordia, DFV oder Württembergische: Welcher Tarif passt zu Ihrer Situation? Unser Vergleichsrechner zeigt Ihnen konkrete Erstattungsbeispiele und Staffelgrenzen.

Tarife vergleichen

Worauf es bei der Auswahl ankommt

Drei Kriterien verdienen besondere Aufmerksamkeit, wenn ein Implantat wahrscheinlich oder bereits geplant ist.

Die 3 wichtigsten Auswahlkriterien

Leistungsstaffel

Die DFV bietet mit 1.750 Euro die höchste Erstattung im ersten Jahr, relevant, wenn Sie kurzfristig eine Behandlung planen. Die Allianz und Concordia lösen die Staffel dagegen schon ab Jahr 4 auf. Wer etwas mehr Zeit hat, profitiert von der früheren Entgrenzung und unbegrenzter Erstattung.

GOZ-Faktor

Die Württembergische erstattet bis zum 5,0-fachen GOZ-Satz. Das ist relevant, wenn Ihr Zahnarzt oder Implantologe höhere Honorare berechnet. Die meisten anderen Tarife begrenzen die Erstattung auf den 3,5-fachen Satz. Bei spezialisierten Implantologen kann der höhere GOZ-Faktor den Ausschlag geben.

Gesundheitsfragen

Die DFV stellt nur eine einzige Frage (Prothese vorhanden?). Die Allianz dagegen fragt nach Parodontitis, laufender Behandlung und mehr als einem fehlenden Zahn. Wer Vorerkrankungen hat oder bereits Zähne verloren hat, findet bei der DFV oder bei Tarifen ohne Gesundheitsfragen leichter einen Zugang.

Die Bayerische ZAHN Smart + Sofort fällt mit 75 Prozent Erstattung und einer niedrigen Staffel von nur 500 Euro im ersten Jahr aus dem Rahmen der Spitzentarife. Ihr Vorteil liegt im Sofortschutz-Baustein für bereits angeratene Behandlungen. Dazu mehr im nächsten Abschnitt.

4. Wartezeit und Sofortschutz bei Implantaten

Im Tarifvergleich wurde deutlich, dass selbst leistungsstarke Tarife in den ersten Jahren nur begrenzt erstatten. Das wirft eine Frage auf, die viele Patienten beschäftigt: Kann ich jetzt noch eine Zahnzusatzversicherung trotz Implantaten abschließen, wenn die Behandlung schon geplant oder sogar angeraten ist? Die kurze Antwort: Ja, es gibt Optionen mit Sofortschutz, aber mit Einschränkungen.

Wartezeit und Leistungsstaffel: zwei verschiedene Hürden

Viele verwechseln Wartezeit und Leistungsstaffel. Die Wartezeit ist die Frist nach Vertragsabschluss, in der noch gar keine Leistung erbracht wird. Bei den meisten Tarifen beträgt sie null Monate für Zahnersatz. Die Leistungsstaffel dagegen begrenzt die maximale Erstattung in den ersten Jahren, auch wenn die Wartezeit bereits vorbei ist.

Ein Tarif ohne Wartezeit bedeutet also nicht, dass sofort die volle Leistung greift. Wenn das Implantat 2.200 Euro kostet, der Eigenanteil 1.211 Euro beträgt und die Staffel im ersten Jahr bei 1.000 Euro liegt, erstattet die Versicherung maximal 1.000 Euro. Die übrigen 211 Euro bleiben bei Ihnen. Achten Sie beim Tarifvergleich daher weniger auf den Begriff Wartezeit und mehr auf die konkrete Staffelhöhe in den ersten drei bis vier Jahren.

⏱️

Wartezeit vs. Leistungsstaffel

Wartezeit

Definition:

Zeitraum nach Vertragsabschluss, in dem noch GAR KEINE Leistung erbracht wird

Typische Dauer:

0 Monate bei den meisten Top-Tarifen für Zahnersatz

Auswirkung:

Während der Wartezeit: 0 Euro Erstattung, unabhängig von der Behandlung

Leistungsstaffel

Definition:

Maximale Erstattung pro Jahr in den ersten Versicherungsjahren

Typische Staffel:

Jahr 1: 1.000–1.750 EUR, Jahr 2: 2.500–3.500 EUR, ab Jahr 4–5: unbegrenzt

Auswirkung:

Leistung wird erbracht, aber begrenzt auf die Staffelhöhe des jeweiligen Jahres

Der ideale Zeitpunkt: vor der Diagnose

Am günstigsten fahren Sie, wenn Sie die Zahnzusatzversicherung vor dem Implantat abschließen, bevor eine Behandlung angeraten wird. So haben Sie genügend Zeit, die Leistungsstaffel abzubauen und bei Bedarf die volle Kostenübernahme zu erhalten. Wer vorausschauend handelt und eine Zahnzusatzversicherung mit 100 Prozent Erstattung für Implantate wählt, spart bei einem einzigen Implantat über 1.200 Euro Eigenanteil. Bei einem Implantat mit Knochenaufbau kann die Ersparnis sogar bei fast 1.900 Euro liegen.

Wenn das Implantat schon angeraten ist

Auch bei einer bereits angeratenen Behandlung gibt es Optionen. Eine Zahnzusatzversicherung trotz Implantaten ist möglich, allerdings mit Einschränkungen durch die Leistungsstaffel. Die DFV Zahnschutz Exklusiv 100 erstattet auch bei laufenden und bereits angeratenen Implantat-Behandlungen. Im ersten Jahr liegt die Staffel bei 1.750 Euro. Die Bayerische bietet einen separaten Sofortschutz-Baustein mit maximal 1.500 Euro für angeratene Behandlungen, davon 750 Euro pro Jahr.

Ein Beispiel zeigt die Wirkung: Bei einem Frontzahnimplantat mit 2.800 Euro Gesamtkosten und einem Kassenzuschuss von 923 Euro (5 Jahre Bonus) bleiben 1.877 Euro Eigenanteil. Die DFV erstattet im ersten Jahr bis zu 1.750 Euro. Ihr Eigenanteil sinkt auf 127 Euro statt 1.877 Euro ohne Versicherung. Das zeigt: Eine Zahnzusatzversicherung Implantate Sofortschutz kann sich bereits im ersten Versicherungsjahr deutlich auszahlen, auch bei laufender Behandlung.

Sofortschutz-Beispiel: DFV bei angeratenem Implantat

Frontzahn-Implantat (Gesamtkosten) − 2.800 €
Kassenzuschuss (5 J. Bonusheft) + 923 €
DFV Erstattung (Jahr 1, max. 1.750 €) + 1.750 €
Ihr Eigenanteil: 127 €

Fazit:

Selbst bei bereits angeratener Behandlung senkt die DFV den Eigenanteil von 1.877 Euro auf nur 127 Euro. Ohne Versicherung zahlen Sie fast 1.900 Euro mehr.

Prüfen Sie allerdings vor jedem Abschluss die Gesundheitsfragen des Tarifs sorgfältig. Fehlende Zähne, Parodontitis oder eine laufende Behandlung können je nach Anbieter zum Ausschluss führen oder die Konditionen verschlechtern. Die DFV fragt nur nach einer vorhandenen Prothese. Das macht den Zugang auch bei Vorbelastungen leichter.

Auch bei geplantem Implantat absichern

Selbst wenn Ihr Zahnarzt bereits ein Implantat angeraten hat, gibt es Tarife mit Sofortschutz. Erstattet werden bis zu 1.750 Euro im ersten Jahr.

Sofortschutz prüfen

5. Worauf bei der Tarifwahl für Implantate achten?

Neben Erstattungshöhe und Timing gibt es weitere Punkte, die bei der Tarifwahl den Unterschied machen. Die folgende Checkliste fasst die sieben wichtigsten Kriterien zusammen, speziell für Patienten, die ein Implantat planen oder in Zukunft damit rechnen.

  1. Erstattungsprozent: Ein 100-Prozent-Tarif übernimmt den gesamten Eigenanteil nach dem Kassenzuschuss. Bei einem 75-Prozent-Tarif bleiben bei einem Eigenanteil von 1.211 Euro noch rund 300 Euro bei Ihnen. Bei teureren Behandlungen mit Knochenaufbau steigt die Differenz auf über 460 Euro. Für Implantate lohnt sich der Aufpreis zu einem 100-Prozent-Tarif in der Regel.
  2. Knochenaufbau: Prüfen Sie, ob Sinuslift, Knochentransplantat und Knochenanlagerung im Leistungsumfang enthalten sind. Bei Kosten von bis zu 1.400 Euro für einen externen Sinuslift ist dieser Punkt finanziell erheblich. Nicht alle Tarife listen Knochenaufbau explizit als Leistung auf. Fragen Sie im Zweifel beim Versicherer nach.
  3. Maximale Erstattung pro Implantat: Manche Tarife begrenzen die Erstattung pro Implantat zusätzlich zur Leistungsstaffel. Fragen Sie gezielt nach, ob eine solche Obergrenze besteht. Bei Tarifen mit einer Begrenzung auf beispielsweise 500 Euro pro Implantat bleibt trotz 100-Prozent-Erstattung ein hoher Eigenanteil.
  4. Leistungsstaffel und Entgrenzung: Je früher die Staffel aufgelöst wird, desto schneller erhalten Sie die volle Erstattung. Die Allianz und Concordia entgrenzen bereits ab Jahr 4, die DFV und Württembergische ab Jahr 5. Wer ein Implantat in den nächsten ein bis zwei Jahren plant, sollte die Staffelhöhe im ersten und zweiten Jahr besonders genau prüfen.
  5. Gesundheitsfragen: Fehlende Zähne, Parodontitis und laufende Behandlungen können zur Ablehnung oder zu Leistungsausschlüssen führen. Die Allianz fragt nach bis zu fünf Gesundheitsaspekten, die DFV nur nach einem. Beantworten Sie die Fragen wahrheitsgemäß. Falsche Angaben gefährden Ihren gesamten Versicherungsschutz.
  6. GOZ-Faktor: Der Gebührenrahmen der Zahnärzte reicht vom 1,0- bis zum 3,5-fachen Satz. Spezialisierte Implantologen rechnen häufig zum 3,5-fachen Satz ab. Die Württembergische erstattet bis zum 5,0-fachen Satz. Das schützt Sie auch bei höheren Honoraren und gibt Ihnen mehr Freiheit bei der Arztwahl.
  7. Anzahl versicherter Implantate: Wer mehrere Implantate plant, sollte die Jahreshöchstgrenze und die Staffel genau prüfen. Ein Implantat für 2.200 Euro passt in die meisten Staffeln ab dem zweiten Jahr. Zwei Implantate im selben Jahr übersteigen die Staffelgrenzen bei fast allen Tarifen. Planen Sie den Behandlungszeitpunkt strategisch.

Nutzen Sie diese Checkliste, wenn Sie Tarife vergleichen. Der günstigste Monatsbeitrag ist selten der beste Tarif. Entscheidend ist, wie viel der Tarif im Ernstfall tatsächlich erstattet und wie schnell die Staffel aufgelöst wird.

Eine Alternative um Kosten zu senken ist die Behandlung im Ausland. Detaillierte Informationen zu Preisen und Erstattung finden Sie in unserem Ratgeber Zahnimplantat Ausland: Ländervergleich und Kosten .

" Bei der Tarifwahl rate ich meinen Patienten zu drei Prioritäten: erstens ein 100-Prozent-Tarif, zweitens Knochenaufbau-Erstattung und drittens eine möglichst hohe Staffel in den ersten Jahren. Wer ein Implantat plant, sollte die Versicherung abschließen bevor der Zahnarzt die Behandlung offiziell anrät. So profitieren Sie von der vollen Kostenübernahme ohne Leistungsausschlüsse. "
LW
Dr. med. dent. Laura Weber

Fachzahnärztin für Ästhetische Zahnmedizin

6. Fazit: Zahnzusatzversicherung für Implantate lohnt sich meist

Bei Zahnimplantat-Kosten von 1.800 bis 2.850 Euro und Eigenanteilen von über 1.200 Euro ist eine Zahnzusatzversicherung für Implantate in den meisten Fällen sinnvoll. Ein 100-Prozent-Tarif mit Knochenaufbau-Erstattung reduziert den Eigenanteil nach der Staffelauflösung auf null und spart pro Implantat häufig über 1.200 Euro.

Entscheidend ist der Zeitpunkt: Wer die Versicherung abschließt, bevor eine Behandlung angeraten wird, profitiert am stärksten. Aber auch bei bereits geplanten Implantaten gibt es Tarife, die im ersten Jahr über 1.700 Euro erstatten. Achten Sie bei der Tarifwahl vor allem auf drei Punkte: Erstattungsprozent, Knochenaufbau-Leistung und die Höhe der Leistungsstaffel.

Der Privadent-Vergleichsrechner hilft Ihnen, den passenden Tarif für Ihre Situation zu finden, mit konkreten Erstattungsbeispielen und transparenten Staffelgrenzen.

7. Häufige Fragen

Ein 100-Prozent-Tarif übernimmt den gesamten Eigenanteil nach dem Kassenzuschuss der Krankenkasse. Bei einem Einzelzahnimplantat mit Gesamtkosten von 2.200 Euro und einem Kassenzuschuss von 989 Euro erstattet die Versicherung die verbleibenden 1.211 Euro vollständig.

Im ersten Versicherungsjahr greift allerdings die Leistungsstaffel. Je nach Tarif liegt die maximale Erstattung zwischen 1.000 und 1.750 Euro. Sobald die Staffel entfällt, bei leistungsstarken Tarifen meist ab dem vierten Jahr, greift die volle Kostenübernahme ohne Begrenzung.

Vergleichen Sie die Staffelhöhe im ersten Jahr, wenn Sie bereits ein Implantat planen. Tarife mit einer hohen Anfangsstaffel wie 1.750 Euro bieten auch kurzfristig eine spürbare Entlastung.

Bei einem Eigenanteil von häufig über 1.200 Euro pro Implantat kann sich eine Zahnzusatzversicherung schon mit einer einzigen Behandlung finanziell lohnen. Die monatlichen Beiträge liegen bei leistungsstarken Tarifen zwischen 36 und 47 Euro im Alter von 45 Jahren.

Die Versicherung deckt aber nicht nur Implantate ab. Sie erstattet auch Kronen, Brücken, Inlays und häufig die professionelle Zahnreinigung. Wer also ohnehin regelmäßig Zahnersatz benötigt, profitiert mehrfach. Auch der Knochenaufbau wird bei guten Tarifen vollständig übernommen.

Rechnen Sie Ihren voraussichtlichen Bedarf durch: Wenn ein Implantat in den nächsten Jahren wahrscheinlich ist, lohnt sich der Abschluss in der Regel deutlich, selbst wenn Sie die Versicherung nur für diesen einen Zweck abschließen.

Ja, das ist bei einigen Tarifen möglich. Die DFV Zahnschutz Exklusiv 100 erstattet auch bei bereits angeratenen und begonnenen Behandlungen, mit einer Staffel von 1.750 Euro im ersten Jahr. Die Bayerische bietet einen Sofortschutz-Baustein mit bis zu 1.500 Euro für angeratene Behandlungen.

Allerdings greift auch bei diesen Tarifen die Leistungsstaffel. Das bedeutet: Die volle Erstattung erhalten Sie erst nach Ablauf der Staffel. Im ersten Jahr deckt die DFV bei einem Frontzahnimplantat von 2.800 Euro den Eigenanteil bis auf 127 Euro ab.

Schließen Sie die Versicherung idealerweise ab, bevor Ihr Zahnarzt eine Behandlung offiziell anrät. Lesen Sie die Gesundheitsfragen sorgfältig und beantworten Sie sie wahrheitsgemäß.

Vier der fünf verglichenen Top-Tarife erstatten den Knochenaufbau zu 100 Prozent: Allianz, Concordia, DFV und Württembergische. Die Bayerische ZAHN Smart + Sofort erstattet Knochenaufbau zu 75 Prozent.

Die gesetzliche Krankenkasse beteiligt sich am Knochenaufbau nicht, da er als Vorbehandlung für das Implantat gilt. Die Kosten liegen je nach Methode zwischen 150 Euro für eine einfache Knochenanlagerung und 1.400 Euro für einen externen Sinuslift. Gerade bei aufwendigeren Verfahren kann die Erstattung durch die Versicherung mehrere hundert Euro ausmachen.

Prüfen Sie vor dem Abschluss im Tarifdetail, ob Sinuslift, Knochentransplantat und Knochenanlagerung ausdrücklich als Leistung aufgeführt sind.

Bei einem Einzelzahnimplantat im Seitenzahnbereich mit Gesamtkosten von rund 2.200 Euro liegt der Eigenanteil nach dem Kassenzuschuss zwischen 1.211 und 1.409 Euro, je nach Bonusheft-Status. Ohne Bonusheft zahlen Sie am meisten.

Wird zusätzlich ein Knochenaufbau nötig, steigen die Gesamtkosten auf bis zu 2.850 Euro. Der Eigenanteil kann dann 1.861 Euro betragen, da die Krankenkasse den Knochenaufbau nicht bezuschusst. Im Frontzahnbereich liegen die Kosten mit 1.700 bis 2.850 Euro tendenziell höher als im Seitenzahnbereich.

Lassen Sie sich einen detaillierten Heil- und Kostenplan erstellen und reichen Sie diesen bei Ihrer Zahnzusatzversicherung ein, bevor die Behandlung beginnt.

Die meisten der verglichenen Top-Tarife verzichten auf eine klassische Wartezeit bei Zahnersatz. Das bedeutet, der Versicherungsschutz beginnt ab Vertragsbeginn. Trotzdem greift in den ersten Jahren die Leistungsstaffel, die die maximale Erstattung begrenzt.

Ein Tarif ohne Wartezeit ist also nicht gleichbedeutend mit sofortiger voller Leistung. Wenn Ihr Implantat 2.200 Euro kostet und die Staffel im ersten Jahr bei 1.000 Euro liegt, übernimmt die Versicherung maximal diesen Betrag. Die DFV bietet mit 1.750 Euro die höchste Erstattung im ersten Jahr unter den verglichenen Tarifen.

Achten Sie beim Tarifvergleich weniger auf den Begriff Wartezeit und mehr auf die konkrete Staffelhöhe in den ersten drei bis vier Jahren.

Mit einer guten Zahnzusatzversicherung kann der Eigenanteil bei beiden Versorgungsformen auf null sinken. Ohne Versicherung ist die Brücke als Regelversorgung günstiger, weil die Krankenkasse einen größeren Anteil der tatsächlichen Kosten abdeckt. Beim Implantat bleibt ein deutlich höherer Eigenanteil.

Ein Implantat kostet zwischen 1.800 und 2.850 Euro, eine Brücke in der Regel weniger. Die Zahnzusatzversicherung gleicht diesen Kostenunterschied aus, weil sie den Eigenanteil nach dem Kassenzuschuss erstattet. Bei einem 100-Prozent-Tarif zahlen Sie nach der Staffelauflösung bei beiden Varianten nichts dazu.

Sprechen Sie mit Ihrem Zahnarzt über die medizinisch bessere Lösung für Ihre Situation. Die Kosten sollten bei vorhandener Versicherung nicht das Hauptkriterium sein.

Jetzt Tarife vergleichen