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Periimplantitis: Symptome, Behandlung und Kosten Früh erkannt, gut behandelbar

10 bis 20 Prozent aller Implantat-Patienten sind betroffen: Frühe Therapie stoppt den Knochenabbau

Das Wichtigste in Kürze

  • check Periimplantitis ist eine Entzündung am Zahnimplantat, die den Kieferknochen angreift und zum Implantatverlust führen kann.
  • check Symptome wie Zahnfleischbluten, Rötung und Schwellung am Implantat sollten Sie zeitnah abklären lassen.
  • check Die Behandlung reicht von konservativer Therapie ab 150 Euro bis zur chirurgischen Therapie mit Knochenaufbau für bis zu 3.000 Euro.
  • check Die Krankenkasse zahlt 0 Euro, eine Zahnzusatzversicherung kann bis zu 100 Prozent der Kosten übernehmen.
  • check Prophylaxe alle 3 bis 6 Monate und gründliche Mundhygiene helfen, die Erkrankung zu vermeiden.
Periimplantitis: Symptome, Behandlung und Kosten
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Inhaltsverzeichnis

1. Was ist Periimplantitis und wie häufig ist sie?

Periimplantitis ist eine entzündliche Erkrankung des Gewebes rund um ein Zahnimplantat. Anders als eine einfache Zahnfleischentzündung greift sie den Kieferknochen an und kann unbehandelt zum Implantatverlust führen. Das macht sie zu einer der häufigsten Komplikationen nach einer Implantation.

Zahnärzte unterscheiden zwei Stufen. Die periimplantäre Mukositis betrifft nur das Zahnfleisch um das Implantat, vergleichbar mit einer Gingivitis an natürlichen Zähnen. Der Knochen bleibt dabei intakt. Schreitet die Entzündung am Zahnimplantat weiter voran, entsteht eine Periimplantitis. Sie führt zu messbarem Knochenabbau und gefährdet die Stabilität des Implantats, ähnlich wie Parodontitis natürliche Zähne lockern kann.

Wie häufig tritt das auf? Studien zeigen, dass ca. 40 bis 48 Prozent aller Implantat-Patienten eine Mukositis entwickeln. Bei ca. 10 bis 20 Prozent geht die Entzündung weiter und wird zur Periimplantitis mit Knochenabbau. Das bedeutet: Jeder fünfte bis zehnte Patient mit Implantat ist betroffen.

Die gute Nachricht: In der Frühphase, also auf Stufe der Mukositis, lässt sich die Entzündung gut behandeln und ein Fortschreiten verhindern. Voraussetzung dafür ist, dass Sie Veränderungen am Zahnfleisch frühzeitig bemerken und Ihren Zahnarzt aufsuchen. Welche Symptome auf eine Periimplantitis hindeuten, erfahren Sie im nächsten Abschnitt.

Quellen: S3-Leitlinie AWMF 083-023 (DGZMK/DGI) | zm-online

2. Symptome einer Periimplantitis erkennen

Die Periimplantitis beginnt oft schleichend. Gerade in der Frühphase verursacht sie kaum Schmerzen, sodass Betroffene die Anzeichen leicht übersehen. Umso wichtiger ist es, auch auf dezente Veränderungen am Zahnfleisch zu achten.

Frühzeichen (Mukositis-Stadium)

Die folgenden Symptome deuten auf eine beginnende Entzündung am Zahnimplantat hin und sollten Sie zeitnah zum Zahnarzt führen.

  • Zahnfleischbluten am Implantat: Beim Zähneputzen oder bei Berührung blutet das Zahnfleisch rund um das Implantat.
  • Rötung und Schwellung: Das Zahnfleisch erscheint gerötet, geschwollen oder druckempfindlich.
  • Leichte Periimplantitis-Schmerzen: Ein dumpfes Druckgefühl oder Empfindlichkeit beim Kauen kann auftreten, fehlt aber häufig.

In diesem Stadium ist der Knochen noch nicht betroffen. Eine rechtzeitige Behandlung kann verhindern, dass sich die Entzündung ausbreitet.

Spätsymptome (fortgeschrittene Periimplantitis)

Schreitet die Entzündung unbehandelt fort, treten deutlichere Warnsignale auf, die auf eine Zahnimplantat-Infektion mit Knochenabbau hindeuten.

  • Eiterbildung: Eitriger Ausfluss aus der Tasche rund um das Implantat.
  • Tiefe Taschen: Der Zahnarzt misst Sondierungstiefen von mehr als 6 mm.
  • Knochenabbau: Im Röntgenbild zeigt sich ein Knochenverlust von 3 mm oder mehr.
  • Implantatlockerung: Das Implantat fühlt sich wackelig an, ein unbehandelter Implantatverlust droht.

Die Diagnose stellt der Zahnarzt anhand von drei Kriterien: Blutung bei Sondierung, Sondierungstiefe über 6 mm und Knochenabbau im Röntgenbild. Treten Rötung, Schwellung oder Zahnfleischbluten am Implantat auf, sollten Sie zeitnah einen Termin vereinbaren. Je früher die Diagnose erfolgt, desto schonender und günstiger fällt die Therapie aus.

Quellen: S3-Leitlinie AWMF 083-023 (DGZMK/DGI)

3. Ursachen und Risikofaktoren

Wer die Symptome kennt, fragt sich: Wie entsteht eine Periimplantitis überhaupt? Die Hauptursache ist ein bakterieller Biofilm, der sich auf der Implantatoberfläche bildet. Dieser Belag löst zunächst eine Entzündung im Zahnfleisch aus. Wird er nicht regelmäßig entfernt, greift die Entzündung auf den umliegenden Knochen über.

Ob und wie schnell sich eine Periimplantitis entwickelt, hängt von mehreren Risikofaktoren ab. Einige davon lassen sich beeinflussen, andere nicht. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Risikofaktoren mit ihrer wissenschaftlich belegten Auswirkung.

  • Unzureichende Mundhygiene: Der stärkste beeinflussbare Risikofaktor. Studien zeigen ein bis zu 14-fach erhöhtes Risiko bei schlechter Mundhygiene.
  • Aktives Rauchen: Raucher haben ein bis zu 30-fach erhöhtes Risiko für eine Periimplantitis. Die Durchblutung des Zahnfleischs ist eingeschränkt, Entzündungen werden später bemerkt.
  • Parodontitis-Vorgeschichte: Wer bereits an Parodontitis erkrankt war, hat ein deutlich höheres Risiko für eine Entzündung am Implantat.
  • Schlecht eingestellter Diabetes: Diabetes mellitus mit hohen Blutzuckerwerten führt zu einem 2-fach erhöhten Knochenverlust nach sieben Jahren.
  • Zementüberschüsse: Bleiben nach dem Einsetzen der Krone Zementreste im Gewebe, können sie eine chronische Entzündung auslösen.
  • Fehlpositionierung des Implantats: Eine ungünstige Position erschwert die Reinigung und begünstigt die Bildung von Bakterienbelägen.

Die meisten dieser Periimplantitis-Risikofaktoren lassen sich gezielt reduzieren. Besonders wirkungsvoll: konsequente Mundhygiene und Rauchverzicht. Wer diese beiden Faktoren kontrolliert, senkt sein Risiko für eine Periimplantitis-Komplikation erheblich. Was Sie tun können, wenn die Entzündung trotzdem auftritt, beschreibt der nächste Abschnitt.

Welche Vorerkrankungen das Periimplantitis-Risiko weiter erhöhen und wann ein Implantat grundsätzlich nicht empfohlen wird, erläutert unser Ratgeber Zahnimplantat Kontraindikationen: Vorerkrankungen und Risikofaktoren .

Quellen: Dentalwelt/Spitta

4. Behandlung: konservativ bis chirurgisch

Die Periimplantitis-Behandlung folgt einem Stufenplan, der sich an der S3-Leitlinie der DGZMK orientiert. Je nach Schweregrad kommen vier Therapiestufen zum Einsatz. Grundsatz: So wenig Eingriff wie nötig, so viel wie erforderlich.

Stufe 1: Nichtchirurgische Periimplantitis-Therapie

In der Frühphase genügt häufig eine konservative Behandlung. Der Zahnarzt entfernt den bakteriellen Biofilm mechanisch durch eine professionelle Implantatreinigung. Ergänzend kommen antiseptische Spülungen zum Einsatz. Moderne Verfahren wie die antimikrobielle photodynamische Therapie (aPDT) oder Laserbehandlung können die Keimbelastung zusätzlich senken. Antibiotika bei Periimplantitis setzt der Zahnarzt nur gezielt ein, wenn die Entzündung auf die lokale Therapie nicht ausreichend anspricht.

Stufe 2: Chirurgisch resektive Therapie

Reicht die konservative Behandlung nicht aus, folgt ein chirurgischer Eingriff. Der Zahnarzt klappt das Zahnfleisch auf, um die Implantatoberfläche unter Sicht zu reinigen. Bei Bedarf wird eine Implantoplastie durchgeführt: Die raue Oberfläche des freiliegenden Implantatteils wird geglättet, damit sich Bakterien dort weniger leicht ansiedeln.

Stufe 3: Chirurgisch regenerative Therapie

Hat die Periimplantitis bereits zu deutlichem Knochenabbau geführt, kommt ein Knochenaufbau (GBR) infrage. Mit Knochenersatzmaterial und Membranen versucht der Chirurg, den verlorenen Knochen wieder aufzubauen und das Implantat langfristig zu stabilisieren.

Stufe 4: Implantatentfernung

Ist der Knochenabbau so weit fortgeschritten, dass das Implantat nicht mehr gerettet werden kann, bleibt als letzte Option die Entfernung. Nach einer Heilungsphase und gegebenenfalls einem erneuten Knochenaufbau kann in vielen Fällen ein neues Implantat gesetzt werden.

Welche Stufe nötig ist, hängt vom Ausmaß der Entzündung und vom verbliebenen Knochen ab. Die chirurgische Therapie der Periimplantitis bietet bei fortgeschrittenen Fällen gute Erfolgsaussichten, wenn sie rechtzeitig erfolgt. Was die einzelnen Therapiestufen kosten und wer diese Kosten trägt, erfahren Sie im nächsten Abschnitt.

Alle Komplikationen und Risiken rund um das Zahnimplantat behandelt unser übergeordneter Ratgeber Zahnimplantat Risiken: Komplikationen erkennen und vermeiden .

Was zu tun ist, wenn das Implantat sich lockert und Schmerzen verursacht, erklärt unser Ratgeber Zahnimplantat locker: Ursachen und was zu tun ist .

Wann und wie ein nicht mehr zu rettendes Implantat entfernt wird, erklärt unser Ratgeber Zahnimplantat entfernen: wann und wie .

Quellen: S3-Leitlinie AWMF 083-023 (DGZMK/DGI)

5. Was kostet die Behandlung und wer zahlt?

Die Kosten einer Periimplantitis-Behandlung hängen stark von der Therapiestufe ab. Da Implantate nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung enthalten sind, ist die gesamte Behandlung eine reine Privatleistung. Die GKV zahlt 0 Euro. Die Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ).

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die typischen Kostenspannen je Therapiestufe.

Therapiestufe Kosten (ca.)
Konservativ (PZR + Reinigung) 150–400 EUR
Laser / aPDT 60–250 EUR
Chirurgisch resektiv 600–1.500 EUR
Chirurgisch mit Knochenaufbau 800–3.000 EUR
Implantatentfernung + Neuversorgung 2.000–5.000+ EUR

Rechenbeispiel: Früherkennung spart Geld

Ein 42-jähriger Patient lässt eine nichtchirurgische Periimplantitis-Therapie durchführen: professionelle Reinigung (300 Euro), antimikrobielle photodynamische Therapie (120 Euro) und Röntgendiagnostik (50 Euro). Die Gesamtkosten betragen 470 Euro. Ohne Zahnzusatzversicherung zahlt er alles selbst. Mit einem Tarif wie dem Allianz Mein Zahnschutz 90 (100 Prozent Erstattung für Zahnbehandlung) übernimmt die Versicherung die kompletten 470 Euro. Der Eigenanteil: 0 Euro.

Anders sieht es bei einer fortgeschrittenen Periimplantitis aus. Die chirurgische Therapie mit Knochenaufbau kann rund 1.650 Euro kosten. Im ersten Versicherungsjahr greift bei vielen Tarifen eine Zahnstaffel: So liegt die Grenze beim UKV ZahnPRIVAT 100 im ersten Jahr bei 1.000 Euro, es verbleiben also ca. 650 Euro Eigenanteil. Ab dem dritten Versicherungsjahr (Staffelgrenze 6.000 Euro) entfällt der Eigenanteil in der Regel vollständig.

Ein wichtiger Hinweis zu den Gesundheitsfragen: Wer bereits an einer aktiven Periimplantitis oder Parodontitis leidet, kann bei vielen Versicherern keinen Vertrag mehr abschließen oder erhält keinen Schutz für diese Behandlung. Der ideale Zeitpunkt für den Abschluss einer Zahnzusatzversicherung ist daher vor einer Erkrankung.

Quellen: completdent.de | Verbraucherzentrale

6. So beugen Sie Periimplantitis vor

Die beste Behandlung ist die, die gar nicht nötig wird. Da unzureichende Mundhygiene und Rauchen die beiden stärksten Risikofaktoren sind, liegt der Schlüssel zur Prävention in Ihren eigenen Händen. Mit den folgenden Maßnahmen können Sie eine Periimplantitis vermeiden oder zumindest das Risiko deutlich senken.

  • Regelmäßige Implantat-Prophylaxe: Lassen Sie Ihre Implantate alle 3 bis 6 Monate professionell reinigen. Ihr Zahnarzt erkennt dabei frühzeitig, ob sich eine Entzündung anbahnt.
  • Gründliche häusliche Pflege: Reinigen Sie die Bereiche rund um das Implantat täglich mit Interdentalbürsten oder einem Wasserflosser. Normale Zahnseide reicht für Implantate oft nicht aus.
  • Rauchverzicht: Rauchen ist der stärkste einzelne Risikofaktor mit einem bis zu 30-fach erhöhten Risiko. Ein Rauchstopp senkt das Periimplantitis-Risiko nachweislich.
  • Diabetes kontrollieren: Gut eingestellte Blutzuckerwerte (HbA1c unter 7 Prozent) reduzieren den Knochenverlust am Implantat erheblich.
  • Parodontitis vor der Implantation behandeln: Wer vor dem Einsetzen eines Implantats eine bestehende Parodontitis vollständig auskuriert, reduziert das Folgerisiko deutlich.

Vorsorge wirkt sich auch finanziell aus. Eine Prophylaxe-Sitzung kostet einen Bruchteil dessen, was eine chirurgische Periimplantitis-Therapie kosten würde. Wer konsequent vorbeugt und Veränderungen früh erkennt, schützt nicht nur das Implantat, sondern auch den Geldbeutel.

Quellen: S3-Leitlinie AWMF 083-023 (DGZMK/DGI) | Dentalwelt/Spitta

7. Fazit: Früherkennung schützt Ihr Implantat

Periimplantitis betrifft ca. 10 bis 20 Prozent aller Implantat-Patienten und ist damit keine Seltenheit. Die Erkrankung verläuft oft schleichend: Rötung, Schwellung und Zahnfleischbluten am Implantat sind die ersten Warnsignale. Wer diese ernst nimmt und frühzeitig handelt, hat gute Chancen, den Knochenabbau zu stoppen.

Die drei wichtigsten Punkte aus diesem Ratgeber: Erstens lässt sich eine Periimplantitis in der Frühphase konservativ und vergleichsweise günstig behandeln (ab ca. 150 Euro). Zweitens tragen Sie als GKV-Versicherter die gesamten Kosten selbst, da die Behandlung eine reine Privatleistung ist. Drittens kann eine Zahnzusatzversicherung die Kosten bis zu 100 Prozent übernehmen, wenn sie rechtzeitig abgeschlossen wird, also bevor Symptome auftreten.

Vereinbaren Sie regelmäßige Prophylaxe-Termine alle 3 bis 6 Monate und achten Sie auf Veränderungen am Zahnfleisch. Wenn Sie noch keine Zahnzusatzversicherung haben, lohnt sich ein Vergleich der Tarife, solange keine Erkrankung vorliegt.

8. Häufige Fragen

Die periimplantäre Mukositis betrifft nur das Zahnfleisch rund um das Implantat, der Knochen bleibt intakt. Bei einer Periimplantitis hat die Entzündung bereits auf den Kieferknochen übergegriffen und verursacht dort messbaren Knochenabbau.

Der Übergang zwischen beiden Stadien ist fließend. Studien zeigen, dass ca. 40 bis 48 Prozent aller Implantat-Patienten eine Mukositis entwickeln. Bei etwa 10 bis 20 Prozent schreitet die Entzündung zur Periimplantitis fort. Die Mukositis ist vergleichbar mit einer Gingivitis an natürlichen Zähnen, die Periimplantitis entspricht einer Parodontitis.

Lassen Sie Ihre Implantate regelmäßig alle 3 bis 6 Monate kontrollieren. Im Mukositis-Stadium lässt sich die Entzündung gut stoppen, bevor der Knochen betroffen ist.

Ja, eine unbehandelte Periimplantitis kann zum Verlust des Implantats führen. Der fortschreitende Knochenabbau entzieht dem Implantat den Halt, bis es sich lockert.

Der Verlauf hängt vom Zeitpunkt der Diagnose ab. In der Frühphase reicht oft eine konservative Therapie (ab ca. 150 Euro). Bei fortgeschrittenem Knochenabbau werden chirurgische Eingriffe nötig (600 bis 3.000 Euro). Muss das Implantat entfernt und ersetzt werden, steigen die Kosten auf 2.000 bis über 5.000 Euro.

Achten Sie auf Warnsignale wie Zahnfleischbluten, Rötung oder Schwellung am Implantat und vereinbaren Sie zeitnah einen Termin bei Ihrem Zahnarzt.

Nein, die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt keine Kosten für die Periimplantitis-Behandlung. Implantate und alle damit verbundenen Therapien sind reine Privatleistungen.

Der Grund: Zahnimplantate gehören nicht zum GKV-Leistungskatalog. Lediglich für den Zahnersatz auf dem Implantat (zum Beispiel eine Krone) gibt es einen Festzuschuss von ca. 300 bis 450 Euro. Die Behandlung der Entzündung selbst, ob konservativ oder chirurgisch, tragen Sie als GKV-Versicherter vollständig selbst.

Prüfen Sie rechtzeitig, ob eine Zahnzusatzversicherung für Sie infrage kommt. Tarife mit Implantat-Leistung erstatten auch Periimplantitis-Therapien.

Eine Periimplantitis sollte so früh wie möglich behandelt werden. Je länger die Entzündung unbehandelt bleibt, desto mehr Knochen geht verloren und desto aufwendiger wird die Therapie.

Im frühen Stadium (Mukositis) genügt oft eine professionelle Reinigung mit Kosten von 150 bis 400 Euro. Schreitet die Entzündung fort, werden chirurgische Eingriffe nötig, die zwischen 600 und 3.000 Euro kosten können. Die Diagnosekriterien sind klar definiert: Sondierungstiefen über 6 mm und Knochenabbau von 3 mm oder mehr im Röntgenbild sprechen für eine fortgeschrittene Periimplantitis.

Bemerken Sie Zahnfleischbluten oder Schwellungen am Implantat, warten Sie nicht ab. Vereinbaren Sie innerhalb weniger Tage einen Termin bei Ihrem Zahnarzt.

Ja, viele Zahnzusatzversicherungen mit Implantat-Leistung erstatten auch die Periimplantitis-Behandlung. Die nichtchirurgische Therapie wird als Zahnbehandlung (Parodontosebehandlung) abgerechnet, die chirurgische Therapie als Implantat-Leistung.

Tarife wie der Allianz Mein Zahnschutz 90 erstatten die Zahnbehandlung zu 100 Prozent und Implantat-Leistungen zu 90 Prozent. Zu beachten sind die Zahnstaffeln: Im ersten Versicherungsjahr liegt die Erstattungsgrenze häufig bei 1.000 Euro. Ab dem dritten oder vierten Versicherungsjahr entfällt diese Grenze bei vielen Tarifen.

Schließen Sie eine Zahnzusatzversicherung ab, bevor Symptome auftreten. Bei aktiver Parodontitis oder Periimplantitis lehnen viele Versicherer den Antrag ab oder schließen die Behandlung vom Schutz aus.

Antibiotika kommen bei der Periimplantitis-Therapie nur ergänzend und gezielt zum Einsatz. Sie ersetzen nicht die mechanische Reinigung des Implantats, sondern unterstützen sie bei schweren Verläufen.

Die S3-Leitlinie empfiehlt Antibiotika nur dann, wenn die nichtchirurgische Therapie (Reinigung, Antiseptika, Laser) allein nicht ausreicht. Der Grund: Ein unkritischer Einsatz fördert Resistenzen und bringt keinen zusätzlichen Nutzen bei leichteren Entzündungen. Die Entscheidung trifft der Zahnarzt anhand des individuellen Befunds.

Fragen Sie Ihren behandelnden Zahnarzt gezielt, ob Antibiotika in Ihrem Fall medizinisch sinnvoll sind oder ob eine rein mechanische Therapie ausreicht.

Das ist in den meisten Fällen nicht möglich. Die Gesundheitsfragen im Antrag fragen in der Regel nach Parodontitis oder Parodontose in den letzten drei Jahren, und eine aktive Periimplantitis fällt darunter.

Konkret bedeutet das: Tarife wie Allianz, DKV und Janitos lehnen den Antrag bei aktiver Parodontitis ab. Der UKV ZahnPRIVAT 100 erlaubt zwar den Abschluss, schließt aber die Parodontosebehandlung vom Versicherungsschutz aus. Ein wirksamer Schutz für die Periimplantitis-Therapie besteht dann nicht.

Wenn Sie Implantate tragen oder planen, schließen Sie die Versicherung ab, solange keine Entzündung vorliegt. So sichern Sie sich den vollen Leistungsumfang.

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